Wir können nicht auf alles vorbereitet sein, sehr wohl aber auf vieles!

Etymologische Wurzeln des Wortes »vorbereitet«

»Vor« bedeutet etymologisch »über etwas hinaus«, »bereiten« kommt unter anderem von »leicht und frei« und »fahren«. Sich auf etwas gut vorzubereiten, bedeutet somit, über etwas hinausfahren und dadurch leicht und frei zu sein, anstatt nur reaktiv den Ereignissen hinten nach zu hinken. Anders formuliert bedeutet eine gute Vorbereitung eine achtsame Vorausschau auf ein künftiges Ereignis.

Preis

Der Preis, den wir dabei zahlen ist der Impulsverzicht. Psychologisch gesehen hat vorbereitet zu sein etwas mit einem Verzicht unmittelbarer Bedürfnisse zu tun. Anstatt dem nächstliegenden Impuls zu folgen, ist ein Blick in die Zukunft nötig. Das ist nicht immer leicht.

Ohne gute Vorbereitung erwischt es uns kalt. Zu sehen in unserem Video.

Stellen wir uns folgende Situation vor: Sie kommen nach einem langen Arbeitstag müde nach Hause. Würden Sie Ihren unmittelbaren Bedürfnissen folgen, müssten Sie sich sofort ausziehen, duschen und schlafen gehen. Wollen Sie sich jedoch auf den nächsten Tag vorbereiten, sollten Sie in der Lage sein, den Impuls nach Schlaf hintanzustellen. Wenn wir uns für den nächsten Tag vorbereiten wollen, sollten wir noch vor dem Schlafengehen überlegen, was wir für den nächsten Tag brauchen! Ist unser Equipment einsatzbereit und funktionsfähig? Welche Unterlagen brauche ich für das morgige Meeting? Wie wird das Wetter morgen und welche Kleidung ist für den morgigen Anlass adäquat?

Tarnung

Unvorbereitet sein lässt sich hervorragend tarnen. Schließlich sind wir doch prozess- und bedürfnisorientiert und wünschen uns kreative und menschliche Gespräche. Oder sind wir in Wahrheit nur schlecht oder gar nicht vorbereitet und tun so, als ob das auch gar nicht nötig sei.

Kalt erwischt

Die Erfahrung lehrt uns, dass es ab und an Sinn macht, gut vorbereitet zu sein. In eine Besprechung zu kommen, und einen Plan zu haben, ist Ausdruck von Wertschätzung, gibt Selbstsicherheit und schützt vor Bloßstellung. Erst mit einem »roten Faden« wirken Sie klar und authentisch.

Gut vorbereitet zu sein, spart Geld und Zeit: Angenommen, es wird zu einem Meeting mit fünf Teilnehmern eingeladen, bei dem nur ein Teilnehmer unvorbereitet ist. Dieser stellt eine Frage, die er sich bereits im Vorfeld hätte selbst beantworten können. Weil er sie jedoch im Meeting stellt, gehen zunächst scheinbar vielleicht nur zehn Minuten verloren. Insgesamt jedoch gehen 10 Minuten pro Besprechungsteilnehmer, also in Summe 50 Minuten bezahlte Mitarbeiterzeit verloren.

Foto: Adobe Stock

Vorbereitet zu sein, bringt nicht nur große Erleichterung in der Zukunft, sondern auch Effizienzsteigerung. Sie hat etwas mit bewusst vorausschauender Handlungsplanung zu tun. 

Mit dieser Vorausschau schaffen Sie sich größtmögliche Kontrolle über Eventualitäten. Sie vergrößern damit die Sicherheitsmarge und letztlich die Resilienz des gesamten Systems.

Z I E H L

Angenommen, wir entscheiden uns, gut vorbereitet zu sein. Was gilt es vorzubereiten?

Z eitplan

Welche Aufgaben und Termine haben Priorität? Fünf Minuten täglich reichen zur Reihung der Prioritäten für den nächsten Tag. 

I ntention

Was ist überhaupt Ihre Absicht? Was will ich mit dem morgigen Tun erreichen? Die eigene Intention zu klären schützt vor Fremdbestimmung.

E indruck

Wie möchten Sie wirken? Welche Körperhaltung, Kleidung, welches Makeup, welche Sitzordnung ist für Sie stimmig?

H intergrundinformation

Was sollten Sie zum Thema von morgen wissen? Gibt es eine Homepage, die ich lesen sollte? Möchte ich mich in das Thema vertiefen und/oder Literatur sammeln? 

L ösungswege

Was ist, wenn ihr Plan A nicht aufgeht? Corona hat uns gelehrt, wie gut es ist, Plan B zu haben.

Nach dem “Was wir vorbereiten” kommt das „Wie wir uns vorbereiten”. Darunter verstehen wir neben der technischen Vorbereitung z.B. die mentale Vorbereitung. Denn: Vorausplanen bringt Wohlbefinden in der Zukunft.